Zecken breiten sich aus

Zecken: Höchststand bei Hirnhautentzündung FSME 

 

2018 erkrankten überdurchschnittlich viele Menschen an der von Zecken übertragenen Krankheit. Erstmals wurde ein FSME-Risikogebiet in Norddeutschland ausgewiesen.

 

Quelle: Pixabay

 

In Deutschland sind im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viele Menschen an der von Zecken übertragbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Einem Bericht des Robert Koch-Instituts zufolge wurden 2018 insgesamt 583 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeldet. Das entspricht einer Zunahme von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (486 Fälle). Auch der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2006 von 546 Fällen wurde damit überschritten. Das Robert-Koch-Institut hat zudem fünf neue Regionen als Risikogebiete für die Hirnhautentzündung FSME ausgewiesen.

 

Expertinnen und Experten beobachten seit einigen Jahren, dass sich FSME-infizierte Zecken in Deutschland weiter vom Süden in den Norden ausbreiten.

 

Menschen, die in Risikogebieten Kontakt zu Zecken haben könnten, wird eine Schutzimpfung empfohlen.

 

Gegen die Hirnhautentzündung schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende Immunisierung, die alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist. Laut des Berichts sei die FSME-Impfquote noch unzureichend.

 

 

Ein Großteil der Erkrankungen sei vermeidbar gewesen: 98 Prozent der 2018 erfassten FSME-Patienten waren nicht oder unzureichend geimpft.

 

Das waren die Risikogebiete 2018:

Quelle: zecken.de

 

Ganz Baden-Württemberg gilt als Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

 

Mit jährlich 100 bis 150 FSME-Erkrankungen liegt Baden-Württemberg bundesweit an der Spitze aller Bundesländer.

 

Zwei Drittel der betroffenen Erwachsenen und die Hälfte der betroffenen Kinder erkranken so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das zeigt die amtliche Statistik, die bereits im Jahre 2011 von der Universität Hohenheim vorgestellt wurde.

 

Ebenfalls präsentiert: Ergebnisse einer Langzeitstudie über Krankheitsverläufe, das Präventionsprogramm „zeckenwetter.de“, an dem sich die Universität beteiligt, und neue Forschungsergebnisse, wie sich Zecken als FSME-Überträger mit Pilzen, Fadenwürmern und Schlupfwespen biologisch bekämpfen lassen.

 

Die Gefahr in einem der Risikogebiete in Baden-Württemberg nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, liege bei etwa 1 zu 150. Die Hälfte der Patienten erlebe einen schweren Krankheitsverlauf. Rund 70% von ihnen erlitten langwierige Folgeschäden, so die Aussagen von Prof. Dr. Reinhard Kaiser, der die Neurologie an der Städtischen Klinik Pforzheim als Chefarzt leitet.

 

Besonders schwer betroffen seien Patienten, bei denen neben dem Gehirn auch das Rückenmark betroffen sei.

 

In einer Langzeitstudie über 10 Jahre seien nur rund 20% wieder vollständig genesen. „Die Hälfte der Patienten litten auch zehn Jahre nach der Infektion an Lähmungen, Atemschwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Schluck- und Sprechstörungen“, so Prof. Dr. Kaiser. 30% der Studienteilnehmer seien binnen zehn Jahren an der Krankheit gestorben.

 

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es keine ursächliche Behandlung. Es sind keine Medikamente bekannt, die gegen das Virus helfen.

 

Die FSME-Impfung  bietet daher eine gute Vorsorgemaßnahme, um das Risiko einer FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich zu verringern. In regelmäßigen Abständen muss die FSME-Impfung für Kinder und Erwachsene aufgefrischt werden. Dabei ist der FSME-Impfstoff in der Regel gut verträglich.

 

Handelt es sich um eine Schutzimpfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder für deren Beruf eine FSME-Impfung empfohlen wird, trägt die Krankenkasse in der Regel die vollen Kosten. Auch bei Urlaubern, die in ein FSME-Risikogebiet reisen, bestehen gute Chancen auf Übernahme der Impfkosten. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) hat aufgelistet, wie genau die FSME-Impfung als Kassenleistung geregelt ist.

 

Alles Wissenswerte rund um die Zecke finden Sie auch unter      zecken.de!

 

Übrigens: Eine Zecke sticht…sie beißt nicht!